Dilemma

Also folgendes: Ich bin ein ökologisch eingestellter Mensch, achte auf meinen Konsum, lebe wenn immer möglich bewusst, esse selten Fleisch, fliege selten, besitze kein Auto, bin leidenschaftlich gern in der Natur, am Fluss, am See, in den Bergen, im Wald, mein Kleiderkonsum hält sich in Grenzen etc. etc. Aber dann will ich meinen ökologischen Fussabdruck im Footprintrechner des WWF abschätzen lassen und komme auf über 2 Erden, die benötigt wären, damit die Ökologie das Gleichgewicht zwischen meinem Konsum und der Regenerierung wieder herstellen kann.

Zugegeben, auf Handy, Computer, Elektrizität wann und wo immer ich sie benötige, Mobilität, Freizeit etc. will ich dann doch nicht verzichten. Irgendwie muss ja gelebt werden. Und ja, der Faktor Zeit ist nicht ganz unwesentlich daran beteiligt, dass ich statt auf dem Markt in der Migros einkaufe, wo alles schön doppelt und dreifach in Plastik eingepackt ist. Zeitmangel, Faulheit, Trägheit, Gewohnheit… Was weiss ich. Doch irgendwie muss es doch einen Weg geben, seine Bedürfnisse stillen zu können ohne dabei unsere Natur zu zerstören.

So achte ich wenigstens beim Einkaufen wann immer (finanziell) möglich, auf Bio und fairtrade.

Fairtrade

Was heisst genau „fairtrade“? In der Regel wird davon ausgegangen, dass mit den bezahlten Löhnen ein existenzsicherndes Leben sichergestellt sein soll. Aha. Also gerade so viel, dass es zu viel ist zum Sterben? Zwei Mahlzeiten pro Tag und ein Dach über dem Kopf so quasi. Und das ist dann „fair“. Im kürzlich gesehenen Beitrag des Kassensturz wurde die undurchsichtige Verstrickung grosser fairtrade Labels aufgezeigt. Es wird zwar den Bauern in Form einer Prämie etwas mehr bezahlt, aber wirklich ausreichen tut es dann eben doch nicht. Wer abkassiert sind die Zwischenhändler, Grossverteiler. Dort bleiben die Margen liegen.

Und jetzt?

Was also tun? Fairtrade kommt offenbar nicht dort an, wo es benötigt wird. Unfairtrade macht die Bauern auch nicht reicher. Dann bleibe ich doch lieber beim fairtrade. Fürs statement.

Mein ökologisches Bewusstsein respektive mein Verhalten reichen nicht aus, wirklich ökologisch zu leben. Nur wenn ich auf gewisse, mir liebgewonnenen Dinge wie zum Beispiel eben elektronische Geräte oder die Mobilität, könnte ich meinen ökologischen Fussabdruck verringern. Und das stellt mich vor ein grosses Dilemma.

1 Gedanke zu „Dilemma

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