Bist du bereit, für 12% weniger Lohn zu arbeiten…

… als dein männlicher Kollege, der das gleiche tut?!

Nein?

Warum tust du es dann?

Gemäss Bundesamt für Statistik betrug der Lohnunterschied zwischen Männer und Frauen im Jahre 2016 genau diesen Wert. Mit diesen 12% ist aber noch lange nicht alles gesagt.

Es freut mich, als Gastautorin an dieser Stelle ein Frauenthema aufgreifen zu dürfen.

Jobs im Tieflohnsegment

Von diesen 12% ist ein Teil erklärbar, eine Teil nicht. Erklärbar heisst, u. a. auf Lohnunterschiede zwischen den Branchen zurückzuführen. Aber warum sind gewisse unentbehrliche, typische Frauenberufe (Reinigung, Service, Pflege, Kleinkinderzieherinnen, Primarlehrerinnen) so wahnsinnig viel schlechter bezahlt? Warum sind traditionell männerdominierte technische Berufe so viel lukrativer? Ja, es müsste für mehr Frauen in diesem Bereich gesorgt werden, und Frauen sind halt selber schuld, wenn sie sich für eine schlechter bezahlte Branche entscheiden. Also lassen wir uns doch alle vom Gehalt leiten, ellbögeln mehr und hängen unsere Egos raus!

Risikofaktor Mutterschaft

Es wird oft mit dem „Risikofaktor“ Mutterschaft argumentiert. Ja, die Frau kann für 14 Wochen ausfallen, das gibt es. Wie lange dauert die RS nochmals? Aha, aber diese ist ja planbar. Naja, die Ankündigung eines Kindes kommt ja einfach so vom Himmel herab, und fällt der Frau wie Jesus der Maria in in den Schoss. Von einem Tag auf den anderen, keineswegs planbar. So ist es. Und wie viele gut bezahlte Wochen gehen nochmals auf das Konto des Manns für den ach so sinnvollen WK? Hier sollte mal richtig gerechnet werden!

Mehr Frauen in Machtpositionen

Heute kommen auf 10 Verwaltungsräte höchstens 2 Frauen, in Geschäftsleitungspositionen sind mindestens 9 von 10 Männer. Eine gute Durchmischung der Geschlechter sorgt für mehr Ausgewogenheit und nachsichtigerem Umgang mit den Ressourcen. Dennoch sorgt bereits die Nennung einer Frauenquote für rote Köpfe. An dieser Stelle sei betont, dass nur die oberste Etagen der grössten Unternehmen betroffen wären, das sind in der Schweiz lediglich 210 Unternehmen, da diese Regelung nur für börsenkotierte Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern gilt. Da nicht einmal Sanktionen bei Nichterreichen droht, müsste auch keine Frau Angst haben, als Quotenfrau eingestellt werden zu können. Es geht hiermit also lediglich um eine Absichtserklärung, an diesem steilen Machtgefälle etwas ändern zu wollen. Ich erinnere, dass die Schweiz mit der Einführung des Frauenstimmrechts im Jahr 1971 eines der letzten Europas war. Erwacht aus eurem Dornröschenschlaf, wir leben bereits seit 18 Jahren im 21. Jahrhundert!

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