unfaire Löhne – bedingungsloses Grundeinkommen

Vor 2 Wochen absolvierte ich meinen letzten Zivildiensteinsatz. Im Spital in der Reinigungsabteilung kann ich dabei viele nützliche Dinge erledigen. Dinge, die sowieso gemacht werden müssen. Nicht so wie in der Armee. Da wird gemacht, weils gemacht werden muss. Warum auch immer. Dieser Artikel ist aber nach einem anderen Thema benannt und darum geht es.

unfaire Löhne – Reinigungskraft

Während einer Pause im Spital kam das Thema Lohn zur Geltung, weil eine Kopie des „Weekly Newsletters“ auf dem Pausentisch im Aufenthaltsraum auflag. (Wobei das Wort Aufenthaltsraum einer riesigen Übertreibung gleicht. Er ist unterirdisch in einem ehemaligen Luftschutzraum). Die Löhne sollen also alle auf 2019 um „sagenhafte“ 0.8% steigen.Die Höhe des Lohnes spielt dabei keine wichtige Rolle denn, da dies keine Lohnerhöhung ist. Die Teuerung allein hat schon um 0.9% im 2018 zugenommen. Quelle – Kanton Zürich

Das kam nicht mal zur Sprache, da diese Leute andere Probleme haben und das Wort Teuerung vermutlich nicht mal in ihrem Vokabular vorkommt. Leider sind die Angestellen nicht die informiertesten, trotzdem gibt es immer wieder interessante gespräche, wie z.B. ein Krieg aus der Sicht der einfachen Bevölkerung so wahrgenommen wird (da ist das Bild aus der Medienlandschaft etwas anders aus. Doch dies ist auch nicht gegenstand dieses Artikels)

Man erfährt auch wieviel denn so eine Reinigungskraft entlöhnt wird: Ein Gespräch mit einer Spanierin, die schon seit Jahren (Ich absolviere die Einsätze seit 6 Jahren, und sie war damals schon über 10 Jahre in der Schweiz) in der Schweiz lebt, verdient für ein 90% Pensum gerade mal 3300 CHF Brutto. Sie ist doppelt so alt wie ich und wird so schlecht für Ihre Zeit entschädigt. Ebenfalls ist die Arbeit körperlicher als viele andere Jobs. Diese entlöhnung würde vermutlich für die wenigstens reichen. Zudem kommt hier hinzu, dass Sie sehr schnell ersetzt werden könnte, falls Sie sich zur wehr setzen würde oder an einer erkarnkung leidet.

Wenn ich mein Budget erstelle, wären diese 3300 sehr, sehr schnell verbraucht. Wie sieht es bei dir aus? Es ist wirklich ein Problem, wenn man sieht das ein Börsianer, der nicht mal einen Mehrwert generiert so viel Geld für seine Verschiebungen im virtuellen Raum verdient.

 

Bedingungsloses Grundeinkommen

Ein sehr interessanter Artikel fand ich letzte Woche auf heise.de (direktlink). Es geht dabei, grob bechrieben darum, dass nützliche Jobs schlechter entlöhnt werden als unnützliche. (siehe Bsp., Börse – Reinigungskraft). Der Anthropologe David Graeber, einer der Köpfe der Occupy-Bewegung fordert dabei das bedingungslose Grundeinkommen. Ein Thema bei denen viele Politiker taube Ohren haben.

Dabei wäre es wichtig, so etwas wie das bedingungsloses Grundeinkommen entlich konstruktiv zu diskutieren. Die Abstimmung in der Schweiz dazu, war noch zu früh und der Bevölkerung wird leider zu langsam darauf aufmerksam, dass immer mehr Jobs durch automationen (Roboter, Algorithmen, etc…) abgeschaft werden. Klar braucht es dafür neue Personene, die dann die Wartung und Installation dieser Geräte übernehmen, aber meiner Meinung nach sind diese zuwenig. Ausserdem bleibt das Bevölkerungswachstum auch nicht stehen.

Wer soll denn etwas kaufen und die Wirtschaft ankurbeln? Die Roboter und Algorithmen etwa? Die machen ja den Job, für keinen Lohn und diejenigen ohne Arbeit verdienen nichts. Also: bedingungsloses Grundeinkommen.

Dann wäre überhaupt die Debate nach der Höhe des Lohnes auch hinfällig.

Es wäre interessant wie das andere sehen. Schreibts in die Kommentare.

4 Gedanken zu „unfaire Löhne – bedingungsloses Grundeinkommen

  1. Prinzipiell bin ich nicht gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen löst die grundsätzlichen Probleme nicht. Es erhält der Status Quo. Darum sind auch viele führende Leute aus der Wirtschaft dafür.
    Zu Hause Sitzen und ein Almosen bekommen, weil die Roboter den Arbeitsplatz geklaut haben, schwierig, es passt nicht zur Psyche des Menschen.
    Es selber zu schaffen, aus eigener Kraft leben, ist für viele ein starker Antrieb. Und ist wichtig für das Selbstbewusstsein.
    Woher kommt das Geld für das Grundeinkommen? Innerhalb der Schweiz kein Problem, aber es wird in einem ausbeuterischen Wirtschaftssystem generiert.
    Die Entkopplung von Leistung und Lohn würde eher etwas bringen. Es gilt den Materialismus, den Gedanken das man IST was man HAT zu überwinden.
    Leichter gesagt als getan. Nur ein neues Bewusstsein schafft die Basis für ein ausgeglicheneres Wirtschaftssystem. Und ist Ausgangspunkt die Erde vor dem Klimatot zu retten.
    Ich habe mir auch schon Gedanke zum Thema gemacht:
    http://nachgang.ch/post_95_Gerechter%20Lohn:%20Leistungs-%20oder%20Bed%C3%BCrfnislohn.html

    1. lieber Kaj, danke für dein Kommentar. Meine Ansicht ist hier sehr schwarz/weiss gedacht, da gebe ich dir recht. Es würde immer noch viele Probleme weiterhin bestehen bleiben. Der Konsum an sich ist dann immer noch Bestandteil der Wirtschaft, bzw. es müsste auch ein entkommen eines „ewigen Wirtschaftswachstum“ kommen, denn dies funktioniert rein rechnerisch schon nicht. Man ist was man hat, danach wird leider viel zu Oft und von mir aus gesehen immer öfters, gehandelt. Danke für dein Link, ich werde die Infos auf deiner Seite mal zu Gemüte führen.

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